Wir haben uns auf den Weg gemacht, die Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau weiter zu verbessern. 
Für uns heißt das:
Arbeiten an dem "Ordner der guten Ideen"

Ordner der guten Ideen

Allgemeines

Der "Ordner der guten Ideen" ist der rote Leitfaden der Aktiven Ausbilder und ein Leitfaden durch das gesamte Thema "Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau". Dieser Leitfaden gibt uns die Gliederung vor, an der wir Punkt für Punkt, die Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau betrachten, Veränderungsbedarf erkennen und Ideen entwickeln, wie Ausbildung in den einzelnen Punkten qualitativ bessert gelingen kann. Dieser Ordner ist kein starres Gebilde und auch niemals fertig. Er unterliegt einer ständigen Veränderung... durch Ideen, Erkenntnissen, Erfahrungen der Aktiven Ausbilder, aber auch durch gesellschaftliche Veränderungen und Veränderungen der Sozialisation potentieller Azubis.  

Akquise von Azubis

Nachwuchs finden

Es reicht schon lange nicht mehr aus, sich in den Chefsessel zu setzen und zu warten, dass die Bewerbungen wie gebratene Hähnchen angeflogen kommen. Aktives Werben und Suchen ist heute Voraussetzung, auch den Auszubildenden zu finden, den ein Betrieb für sich sucht. Bei den Aktiven Ausbildern tauschen wir Erfahrungen aus, die jeder einzelne Betrieb in seinen Akquise-Aktivitäten gesammelt hat. Von anderen Erfahrungen lernen, schauen ob diese auch in die eigene Betriebsstruktur passen, ist auch hier die Devise. In enger Zusammenarbeit mit der Referentin für Nachwuchswerbung, werden Messen organisiert oder Schulpatenschaften geschlossen, aber auch Auftritte in den sozialen Medien geplant.

Vor dem Ausbildungsvertrag

Sich kennen lernen

Dass man nicht "die Katze im Sack kauft", dass man bei jedem Kauf zuvor auch testet, das ist jeden klar und nachvollziehbar. In der Ausbildung nennt man das Praktikum. Nur wie gestalte ich das Praktikum, damit einerseits der junge Mensch schon mal in den Beruf schnuppern kann, neugierig auf mehr wird, aber auch die Mitarbeiter / Ausbilder / Chef den jungen Menschen beschnuppern können? Ein Praktikum zu gestalten, dass es "ein Gruß aus der Küche" wird oder "ein Trailer eines Kinofilms", das erarbeiten wir in unseren Treffen genauso, wie die Frage, wie gestalte ich die Zeit zwischen dem Praktikum und der Ausbildung? 

1. Tag und Probezeit

Aller Angang ist schwer

Die Probezeit ist eine besondere Zeit, nicht nur arbeitsrechtlich. Für den jungen Menschen bedeutet diese Zeit, etwas völlig neues kennen zu lernen. Häufig direkt von der Schulbank in das Arbeitsleben zu treten, mit all seinen Regeln, Gepflogenheiten, Anforderungen. Neue Kollegen, Wetter, körperliche Belastungen sind häufig Herausforderungen, an die sich der Azubi erst noch gewöhnen muss. Gleichzeitig mit der Angst im Nacken, dem Damoklesschwert über sich, dass er nicht gut genug sein könnte, um nach den zumeist 4 Monaten, übernommen zu werden. 
Mit dieser besonderen Situation umzugehen, diese Zeit für alle Beteiligten sinnvoll zu nutzen, ist Aufgabe der Personal-Verantwortlichen im Betrieb. Dieser Prozess wird in den verschiedenen Firmen unterschiedlich gestaltet. Aktive Ausbilder können so von den Erfahrungen der anderen profitieren.

Das erste Jahr

Mit Sicherheit ein Teil davon

Das erste Ausbildungsjahr eines Azubis ist von zwei nicht gestellten Fragen geleitet: 
1. Gehöre ich schon dazu?
2. Bin ich hier sicher?
Beide Fragen müssen mit einem klaren "Ja" beantwortet werden können, damit eine erfolgreiche Ausbildung gelingen kann. Soziale Dazugehörigkeit und Sicherheit sind zwei existenzielle Grundbedürfnisse, die gestillt sein wollen. Dem Betrieb, besonders dem  Ausbilder, kommt hier eine besondere Verantwortung zu.    

Das zweite und dritte Jahr

Mittendrin statt nur dabei

Vieles, was im ersten Jahr erlernt wurde, bekommt jetzt Routine und wird zur Selbstverständlichkeit. Voraussetzung hierfür ist jedoch, die reflektierte, zukunftsorientierte Kommunikation zwischen Azubi und Ausbilder.
Schwierige Phasen, gemeinsame Herausforderungen und miteinander erstellte Problemlösungen, schaffen ein Ausbildungsmilieu, in dem Themen wie z.B.  
Berichtsheft, Urlaubsregelung, Überstunden, Work Life Balance, Üben von Gelerntem ... keine Nicht-zu-überwindenden-Hürden mehr darstellen.  

Highlights in der Ausbildung

Rituale und Ankerpunkte

Die Ausbildungszeit lebt nicht nur von dem Arbeiten auf der Baustelle und dem Besuch der Berufsschule alleine. Rituale, Traditionen, Ankerpunkte sind wichtige Ereignisse in der Ausbildungszeit. 
- regelmäßige Berichtsheftkontrolle
- regelmäßige Ausbildungsgespräche 
- regelmäßige Übungszeiten können Struktur gebende Rituale sein.
Traditionen, wie z.B.
- Betriebsbesichtigungen bei Zulieferfirmen
- die Weihnachtsfeier
- der Tag der Offenen Tür usw. geben das sichere Gefühl, ein Teil des Ganzen zu sein.
Die Teilnahme an den verschiedenen

- Berufswettkämpfen   >erfahre mehr

- dem Besuch der GaLaBau Messe in Nürnberg
können besondere Highlights im Verlauf der Ausbildung sein, die besondere Motivation schaffen können. 

Zum Ende des 3. Jahres

Auf der Zielgeraden

Auf der Zielgeraden zur Abschlussprüfung sind für die Aktiven Ausbilder 2 Faktoren für die Auszubildenden besonders wichtig.

1. genug Zeit um sich auf die Prüfung gezielt vorzubereiten. Insbesondere auf das Prüfungsgewerk. Die Abschlussprüfung stellt für alle Auszubildenden eine besondere emotionale Situation da. Selbstsicherheit in die eigenen Fähigkeiten und Stärken, bauen unter anderem Prüfungsängste ab.
 
2. was geschieht nach der Prüfung ? Auszubildende der Aktiven Ausbilder wissen weit im Voraus, ob sie in den Betrieb als Geselle übernommen werden können oder ob sie sich neu orientieren müssen. Das schafft Klarheit und Planungssicherheit. 

So kann ein Ende auch immer ein Anfang sein.   

Prozessuale Rahmenbedingungen

Entwicklungen brauchen Zeit

Ausbildung ist aktives Tun und Handeln.
Ausbildung ist immer ein Prozess der Entwicklung
Ausbildung ist auch immer ein Kümmern
Ausbildung braucht Zeit. Nicht nur die 3 Jahre, in der der Azubi  den Beruf erlernt, sondern auch Zeit des Ausbilders, seinen Ausbildungsauftrag auch umsetzen zu können.
Die Mitglieder der Aktiven Ausbilder achten darauf, ein ausreichendes Zeitkontingent zu haben, in dem sie ihren Ausbildungsauftrag wahrnehmen können. 
Aber auch Zeit für Fortbildungen, wie z.B. WDA-Seminare, ist wichtig.